Mit Sport gegen Depression

Wer an Depressionen leidet kennt es nur zu genau. Es ist so schwer, sich selbst zu „normalen“ Tatigkeiten aufzuraffen. Die Gedanken kreisen um die Probleme, den Kummer oder die Trauer, die wie ein Stück Blei auf einem liegt. Wie ich bereits in meinem vorherigen Beitrag beschrieben habe, kenne ich diese Situation aus meiner eigenen Geschichte.

Wie komme ich nun dazu, Euch auf das Thema Sport zu bringen?

Ich habe damals die Erfahrung gemacht, dass Sport mir nicht nur Körperlich, sondern vorallem auch seelisch unheimlich gut tat. Nicht nur das Erfolgserebnis, wenn ich wieder mehr Minuten auf dem Stepper, dem Fahrrad oder dem Laufband schaffte.
Mehr Wiederholungen oder mehr Gewicht bei den Kraftübungen. Das gab mir einen ungeahnten Motivationsschub.

„Ich habe etwas geschafft!!“

Das ist nicht zu unterschätzen. Schließlich befinden sich depressive Menschen in einem extremen Phase des „schwarzsehens“, der Selbstzweifel und zum Teil auch des Selbsthasses.

Ein weiterer, positiver Effekt ist die Ablenkung von dem Gedankenkarusell, welches auch mich Tag und Nacht belastet hatte.
Bei den Kraftübungen konzentrierte ich mich auf meine Körperspannung und die korrekte Ausführung meiner Übungen.
Beim auspowern auf den Ausdauergeräten war ich auf den Takt der Bewegung und auf meine Atmung fokusiert. Den Blick am besten dann aus dem Fenster und die Lieblingsmusik auf den Ohren – da war keine Zeit mehr für negative Gedanken.

Nach dem Sport braucht der Körper natürlich auch Zeit zur Regeneration. Dadurch konnte ich im Anschluss auch schneller ein- und besser durchschlafen. Also, wieder weniger grübeln, mehr ausgeschlafen sein und sich so ein wenig besser fühlen.

Zuletzt bleibt natürlich auch der positive Effekt, dass man raus aus der Enge der Wohnung und mit anderen Menschen in Kontakt kommt.
Nimmt man sich ein, zwei, oder sogar drei feste Tage in der Woche vor, strukturiert es somit auch Euren Tag/ Eure Woche.
Ich habe meine Sporttasche immer direkt morgens in den Kofferraum gepackt und nach der Arbeit in mein Fitnessstudio, damit ich erst gar nicht auf die Idee komme, den Abend dann doch wieder auf der Couch zu verbringen.

Raus an die frische Luft!

Vielleicht ist unter Euch auch die ein oder andere, die lieber draußen Sport macht – das geht natürlich auch super.
Vorallem ist die Luft deutlich besser und es gibt mehr in der Natur zu sehen.
Und mit einer Fitnessuhr ist direkt zu sehen, wieviel man geschafft hat.

Probiert es doch mal, auch wenn es am Anfang schwer fällt. Ihr könnt mir auch gerne einen Kommentar hinterlassen, oder mir eine Mail schreiben, wie es Euch ergangen ist.
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Ich weise hier noch darauf hin, dass ich keine Psychologin oder Psychotherapeutin bin. Ich bin (nur) eine ehemalig Betroffene. Wenn Du merkst, dass Du nicht mehr weiter weißt, wende Dich bitte an Deinen Hausarzt, oder an folgende Stelle:

www.deutsche-depressionshilfe.de

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Bleibt stark!

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